Ein neues zu Hause für die Fellnasen

April bis November 2013

Da ich schon sehr sehr lange Mongolische Wüstenrennmäuse halte, hatte ich schon vor längerer Zeit vor mein Terrarium etwas umzugestalten.

Im Internet habe ich mich dann über diverse Techniken schlau gemacht.

Als erstes sollte man sich unbedingt im Klaren sein "Was will ich" und "Was will ich nicht". Die Frage "Macht das überhaupt Sinn?" sollte man sich auch hin und wieder stellen, denn:

Meine Anfangsidee war eine Rückwand über die Ecke zu bauen, damit ich größere Etagen realisieren kann. Nach reiflicher Überlegung und einem leckeren Tee kam mir dann folgender Gedanke:
Das Terrarium ist komplett aus Glas und die aufgeklebten Styroporplatten sieht man ja dann von aussen. Sollte ich das Terrarium irgendwann mal in eine andere Ecke stellen müssen guckt man ja jedes Mal auf diese hässliche Styropoplatte. Nee, das is doch doof.

Doch nun schreiten wir zur Tat:

Mit viel Papier/Pappe und Klebeband habe ich mir überlegt wie und wo ich Felvorsprünge haben will. Eine Treppe und eine Art Säule wollte ich auch ungebingt haben, dann sieht es nicht so einseitig aus:

Das ganze Konstrukt habe ich dann ersteinmal einen Tag so stehen lassen. Denn wenn man einmal angefangen hat, kann man ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zurück.

Nach einem Tag gefiel es mir immernoch und so bin ich zum Baumarkt getigert und habe folgende Sachen für knapp 49€ eingekauft:

- 2x Styroporplatten (Dicke 2cm)
- Styroporkleber
- eine orangene Kartusche für den Styroporkleber
- Bauschaum (auch Montageschaum genannt)
- Flexibler Fliesenkleber (ich glaube 5kg)
- Sabberlack in transparent

Zusätzlich benötigt man:
- Edding
- Cuttermesser
- Dicker Pinsel

Schritt 1 - Die Rückwand
Styroporplatten in der Länge abmessen und eventuell zuscheiden. Da mein Terrarium länger als eine solche Platte ist, musste ich 1 und eine drittel Platte zusammenlegen.

Dann die äußere Form übertragen und mit einem Cuttermesser nachschneiden.
Wichtig: Noch nichts ankleben!!! Bis hier hin kann man sich noch überlegen, ob man das wirklich will.

Schritt 2 - die Ebenen
Die Papp-Ebenen habe ich mir als Schablonen aufgehoben. Diese überträgt man ebenfalls auf die Styroporplatten und schneidet auch diese mit einem Cuttermesser aus. Die Ecken und Kanten können etwas abgerundet und weggeschnitten werden.

Nun Löcher für die Ebenen in die Styroporwand schneiden und die Ebenen einpassen.

Wichtig auch hier: noch nichts kleben!!! Wenn die Ebenen eingesteckt sind auch hier noch einmal einen Tag Bedenkzeit einlegen. Sobald man mit kleben anfängt gibt es keinen Weg zurück.

Nun kommt die Treppe. Für die habe ich eine Art Säule zurechtgeschnitten, sowie eine Zwischenebene und die zwei eigentlichen Treppen:

Schritt 3 - Kleben
Wenn bis hierhin alles glatt ging, kann man auch weitermachen. Man schnappe sich den Styroporkleber, setze ihn in die Kartusche ein und klebt was das Zeug hält.

Hier gilt: Je mehr Kleber umso fester und sicherer. Das Ganze habe ich aus Zeitgründen eine Woche trocknen lassen.

Schritt 4 - Bauschaum
Das ist ein heikler Schritt. Wer schon einmal mit Bauschaum gearbeitet hat weiß wie es funktioniert. Wer nicht, der macht lieber langsam. Bauschaum dehnt sich beim trocknen - je nach Marke - auf das 20-fache seines Volumens aus. Je großzügiger man also sprüht, umso mehr muss am Ende weggeschnibbelt werden.

Es soll überall unter den Ebenen Bauschaum gesprüht werden, um den Ebenen ein plastisches Aussehen zu verleihen. Bauschaum braucht zum trocknen viel frische Luft und mindestens zwei Tage.

Schritt 5 - Der Fliesenkleber
Warum Flexibler Fliesenkleber? Weil es besser Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit verkraftet. Mit diesem Kleber hält man sich die Option offen später auch mal Reptilien halten zu können. Die brauchen hohe Feuchtigkeit und Temperaturen.

Genug gelabert.

Insgesamt 5-7 Schichten habe ich aufgetragen (ich habe irgendwann aufgehört zu zählen)

Die ersten zwei Schichten müssen sehr wässrig sein, damit der Kleber alle Poren des Bauschaumes und des Styropors füllt.

Die nächsten drei Schichten sollten Joghurt-Konsistenz haben. Und die letzten Schichten eher Quark-Konsistenz haben.

Warum so viele Schichten? Bei mir ist es einfach nicht hart geworden... Ich konnte immernoch durch das Styropor drücken. Die Kleberschichten waren zu wässrig.

Da mir das Fliesenkleber-vom-Glas-kratzen so viele Kratzer ins Glas eingebracht hat, habe ich irgendwann (ich glaube ab Schicht 3) angefangen mit Malerkrepp abzukleben. Kann ich nur empfehlen!! Spart viel Zeit und schont das Glas!!

Schritt 6 - Anmalen
Nachdem der langwierigste Prozess endlich abgeschlossen ist und die größten Sauereien beseitigt sind, kann endlich der schöne Teil beginnen.
Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man muss sich nur vorher überlegen wie es farblich werden soll.

Schritt 7 - Sabberlack Transparent
Wer selber Rennmäuse hat, der kennt es. Die pullern wirklich überall hin und das müffelt auch arg, wenn es irgendwo einzieht wo man nicht wieder wegwischen kann.

Also: Mindestens 3 Schichten transparenter Sabberlack!!! Ich habe 5 Schichten gewählt und die Ebenen nocheinmal mit einer extradicken Schicht überzogen. Das sollte halten.

Zum Schluss habe ich die Ecken noch mit Silikon ausgespritzt, sodass auch kein Renner-Pipi hinter die Rückwand ziehen kann.

FERTIG IST DAS NEUE TERRARIUM :-)

Doch irgendwas fehlt... Stimmt, die Häuser:

Nach mehr als 6 Monaten ist es endlich fertig. Fehlt noch Einstreu, Heu, Sand und Futter, dann können die neuen Mäuse demnächst auch einziehen.

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